ZukunftErbe-Preis 2026 für Kateřina Tučková
Der ZukunftErbe-Preis wurde in diesem Jahr erstmals grenzüberschreitend verliehen: Die tschechische Schriftstellerin Kateřina Tučková erhielt die Auszeichnung. Ein Sonderpreis ging an Iris Milde, die Tučkovás Roman »Gerta. Das deutsche Mädchen« ins Deutsche übersetzt hat.
Der von der sächsischen Stiftung »Erinnerung, Begegnung, Integration« und dem Beauftragten der Sächsischen Staatsregierung für Vertriebene und Spätaussiedler ausgelobte Preis würdigt Menschen, die sich mit der Geschichte und dem kulturellen Erbe der Vertreibungsgebiete auseinandersetzen und damit zum Miteinander über Grenzen hinweg beitragen.
In ihrem Roman »Gerta. Das deutsche Mädchen« erzählt Kateřina Tučková vom Schicksal einer jungen Frau während und nach der Vertreibung der Deutschen aus Brünn. Sie widmet sich damit einer schmerzhaften Geschichte, die Deutsche und Tschechen unterschiedlich erlebt haben und über die lange kaum gemeinsam gesprochen wurde. Ihr Werk eröffnet einen Zugang zu diesen Erfahrungen und trägt zur Verständigung zwischen beiden Gesellschaften bei.
Die Auszeichnung einer tschechischen Autorin mit dem sächsischen Preis unterstreicht die grenzüberschreitende Bedeutung der Auseinandersetzung mit unserer gemeinsamen Geschichte. Der Sonderpreis für Iris Milde würdigt zugleich den Beitrag literarischer Übersetzungen: Sie machen Geschichten über Sprachgrenzen hinweg zugänglich und ermöglichen es, die Perspektiven der Nachbarn kennenzulernen.
Das Verbindungsbüro des Freistaates Sachsen in Prag gratuliert Kateřina Tučková und Iris Milde herzlich zu ihren Auszeichnungen.